Man glaubt es kaum: Es geschehen noch Überraschungen der positivsten Art! Da hat doch das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten im Januar 2026 „Neue Ernährungsrichtlinien für Amerikaner“ sowie eine neue Version der Ernährungspyramide veröffentlicht. Dazu noch weitere Detailempfehlungen für Kinder in den verschiedenen Altersstufen und Vegetarier und Veganer.
Was soll man sagen? Die USA waren in der Vergangenheit nicht dafür bekannt, besondere Vorreiter im Hinblick auf gesunde Ernährung zu sein. Aber dieses Update ist außergewöhnlich:
Pragmatische Empfehlungen. Prinzipien statt Mikromanagement. Die Besinnung auf natürliche und ursprüngliche Lebensmittel. Keine Vermischung von Gesundheitsempfehlungen und Umweltschutzideologien. Wenn man schon allgemeingültige Empfehlungen für ein so individuelles Thema wie die Ernährung geben will, so sollten sie aussehen.
Ernährungsprinzipien statt drögem Mikromanagement
Folgende Punkte bestechen aus meiner Erfahrung mit vielen hundert Kunden in der Ernährungsberatung mit einem absolut positiven Praxisnutzen:
„Amerikanische Haushalte sollten vorrangig auf eine Ernährung mit vollwertigen, nährstoffreichen Lebensmitteln setzen – Eiweiß, Milchprodukte, Gemüse, Obst, gesunde Fette und Vollkornprodukte.“
Sehr gute allgemeine Empfehlung! Damit macht man schon sehr viel richtig. Mein Tipp in einem Satz aus der Ernährungsberatung: „Iss alles, was rennt, schwimmt, fliegt und grün ist“. Das entspricht im wesentlichen dem oben stehenden. Als Zusatz auch ganz wichtig:
„In Verbindung mit einer drastischen Reduzierung von stark verarbeiteten Lebensmitteln, die reich an raffinierten Kohlenhydraten, zugesetzten Zuckern, übermäßigem Natrium, ungesunden Fetten und chemischen Zusatzstoffen sind, kann dieser Ansatz die Gesundheitsentwicklung so vieler Amerikaner verändern.“
Damit könnte man die Empfehlungen schon fast als vollständig beschreiben – mehr muss man fast nicht dazu sagen. Wenn Menschen mit wenig Wissen zur Ernährung diese 2 Sätze in der Praxis umsetzen, werden sie sehr wahrscheinlich eine riesige Besserung ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit feststellen.
Eine Ernährungspyramide aus der Natur
Aber es geht noch weiter:
In der neuen Ernährungspyramide stehen im Bereich der häufigsten Nutzung unverarbeitete Proteine (Fleisch, Fisch, Eier), Käse und Gemüse. Im Prinzip das, was der Mensch seit Jahrtausenden in der Natur finden konnte und woran der menschliche Körper deshalb optimal angepasst ist.
Im mittleren Teil finden sich dann gute Fette, Obst und Nüsse. Und erst in der Spitze kommen die Vollkorngetreidesorten. Klar – je nach Region verzehrt der Mensch diese seit 2.000-10.000 Jahren. In diesem Ausmaß, das für viele Gesundheitsbeschwerden Mitverursacher ist (Karies, Diabetes, Übergewicht) sogar erst seit wenigen 100 Jahren.
Mehr Protein für mehr Gesundheit und Leistung
Noch ein Kracher: Als Proteinmenge pro Tag werden zwischen 1,2-1,6 g Eiweiß pro Kg Körpergewicht empfohlen – grandios! Die DGE steckt weiterhin bei maximal 0,8 g pro kg Körpergewicht fest – das sind 50-100% mehr Eiweiß in der US-Empfehlung. Wir wissen aus der Praxis und auch aus Studienuntersuchungen, dass alleine die Verschiebung der Kalorien zu mehr Eiweißanteil positive Stoffwechseleffekte auslöst und das Immunsystem und den Erhalt und Aufbau von Muskelmasse fördert. Außerdem sättigt Protein deutlich langfristiger und sorgt so für konstante Energie und Konzentrationsfähigkeit.
Soweit so genial! Auch die Empfehlungen zu Themen wie Stillen, so lange wie möglich/von der Mutter gewünscht, aber durchaus bis ins 3. Lebensjahr, die Einführung von unverarbeiteter Beikost (jedes Mal wundere ich mich über Babynahrung im Supermarkt wie Griesbrei und Milchnudeln…) und die Reduktion von stark verarbeiteten veganen Ersatzprodukten bei veganer Ernährung sind aus meiner praktischen Erfahrung sehr zu loben.
So geht gesunde Ernährung!
Fazit: Mit der Aktualisierung der Empfehlungen in dieser Weise ist den Amerikaner ein wirklicher Coup gelungen. Jetzt gilt es zu beobachten, wie Menschen, die sich an den Empfehlungen orientieren, im Zeitverlauf davon profitieren.
Und: Hoffentlich nehmen sich auch die europäischen und deutschen Institutionen ein Beispiel – die Hoffnung stirbt zuletzt!
