Warum wir uns bewegen

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Unsere Lebensweise unterliegt ständigen Veränderungen – das war schon immer so und hat zu den technologischen und intellektuellen Fortschritten geführt, die uns unseren Alltag scheinbar so leicht und angenehm werden ließen. Biologisch und funktionell hat sich der menschliche Organismus nur in sehr geringem Maße verändert. Wir haben faktisch betrachtet immer noch 2 Beine und 2 Arme. Wir müssen immer noch atmen und essen und trinken. Und wir müssen uns immer noch BEWEGEN! Aber warum eigentlich und was, wenn wir unserem inneren Schweinehund nachgeben und das Leben eines „Couchpotatoe“ führen.

Leichter ist nicht immer gut!

Mit dem technischen Fortschritt des 20. Jahrhunderts nahm der Anteil der körperlichen Arbeit Schritt für Schritt ab. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Menschen, die vorwiegend sitzend tätig sind stark an. Wir legen selten lange Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurück – Autos und Bahnen haben unsere Welt der Fortbewegung umgekrempelt. Selbst um da neueste Tagesgeschehen mitzubekommen oder um unterhalten zu werden ist es nicht mehr nötig den gemütlichen Sessel zu verlassen – dem Internet und Fernsehen sei Dank (?!). Man kann also durchaus die kühne These aufstellen, dass wir in allen Bereichen des Lebens danach streben, unsere Bewegungsmenge zu verringern. In der Werbung wird das dann mit Worten wie „Vereinfachung“ oder „Erleichterung“ umschrieben. Aber stimmt das? Soll alles immer nur einfacher und leichter werden? Oder werden wir damit nicht selber geistig und körperlich „einfacher“ und „leichter“?

Herausforderungen meistern sorgt für Wachstum – geistig und körperlich

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, schauen wir uns einmal drei Bereiche des Lebens an, die alle trainierbar und optimierbar sind. Wenn wir uns diesen natürlichen und positiven Stressoren zu selten oder gar nicht aussetzen, wird der Körper die damit zusammenhängenden Funktionssysteme abbauen bzw. verkümmern lassen:

1. Bewegung (Sport)

Durch jede Form der Bewegung wird der Körper belastet. Bei optimaler Dosierung und einer regelmäßigen Wiederholung wird ein Trainingseffekt einsetzen. Wir werden stärker, schneller oder technisch versierter; unser optisches Erscheinungsbild verändert sich. Leiden wir nun jedoch unter Bewegungsmangel verlieren wir Muskelmasse, es werden Tür und Tor für Gelenkbeschwerden geöffnet und die Knochendichte droht abzunehmen. Alterserscheinungen? Nein! Die Antwort lautet: „Use it or lose it!“

2. Stoffwechsel und Herzkreislaufsystem, Atem- und Immunsystem

Auch hier spielt die Muskulatur wieder eine große Rolle. Eine höhere Muskelmasse erhöht die Insulinsensitivität, also die Fähigkeit des Körpers, sensibel auf Blutzuckerschwankungen zu reagieren. Gleichzeitig ist eine Insulinresistenz eine Ursache für die erworbene Diabetesform Typ 2. Auch das Herzkreislaufsystem „mag“ Bewegung. Es ist natürlich für den Körper hin und wieder mal eine Pulserhöhung oder Blutdruckspitzen aufgrund von hoher Belastung zu begegnen (dies gilt für gesunde Menschen!). Bewegung bringt Sauerstoff ins System, Stimuliert auf natürliche Weise das Immunsystem und ermöglicht es, „alte Immunzellen“ zu zerstören und in der Regenerationsphase danach durch neue zu ersetzen.

3. Kälte ist Ihr Freund!

Ein Zusatztipp für eine Trainingsaufgabe: Morgens erst mal eine warme Dusche. Danach die Jacke oder den Pullover an – draußen sind es ja nur 12 °C. Im Büro angekommen erstmal die Fenster schließen und die Klimaanlage auf wohlige 22°C einstellen. Am Abend dann auf der Couch in eine Decke einwickeln – gemütlich! In dieses Beispiel schließe ich mich bis vor kurzem voll ein. Widerstandskraft gegen Kälte kann und sollte trainiert werden! Ein erster, leicht umzusetzender Tipp ist: Duschen sie jeden Morgen nach Ihrer gewohnten Temperatur für ca. 10 s eiskalt. Steigern Sie die Zeit jede Woche um 10 s, wenn Sie sich danach fühlen. Wenn nicht – kein Druck. Geben Sie Ihrem Körper Zeit und sehen Sie es als ersten Erfolg des Tages den Sie nutzen können, um mit Schwung durch die restlichen Aufgaben zu kommen. Natürlich wird sich Ihr Geist in der ersten Zeit dagegen sträuben. Spätestens wenn Sie es ein paar Tage durchgehalten haben werden Sie jedoch begeistert sein, wie angenehm das folgende Gefühl ist. Wohlig warm ganz ohne Jacke und Decke. Gleichzeitig stimulieren Sie das Immunsystem und durchbluten Ihren Körper was Sie energiegeladener in den Tag starten lässt. Und immer daran denken: Es ist nur kaltes Wasser!

Bewegung macht Spaß – Das weiß doch jedes Kind

Wenn ich Sie immer noch nicht von den Vorzügen eines bewegten und aktiven Lebensstils überzeugen konnte, hier noch ein weiterer Grund: Schauen Sie sich den Bewegungsdrang Ihrer Kinder an. Kinder folgen, wenn sie die Freiheit dazu haben, ganz intuitiv dem inneren Wunsch nach Entdecken und Neuerleben und erobern ihre Umgebung im Sturm. Dies ist im Kindesalter unheimlich wichtig auch für die geistige Entwicklung. Die Wichtigkeit nimmt allerdings nicht mit dem Erreichen des Erwachsenenalters ab. Deshalb: Lernen Sie von Ihren Kindern sich zu bewegen!

Wenig Zeit und viel Stress? Dann Bewegen Sie sich!

Sie müssen intensive geistige Arbeit leisten? Sie haben einen eng gesteckten Terminkalender? Dann wird Bewegung als Ausgleich und Motor für geistiges und körperliches Wachstum umso wichtiger! Sehen Sie Ihre Sporteinheit des Tages als einen Geschäftstermin, als sinnvoll investierte Zeit in Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wichtig, gerade bei akutem Zeitmangel, ist ein effizientes Training, welches auf Ihren derzeitigen Leistungszustand und Ihre Zielstellung zugeschnitten ist. Genau das bekommen Sie in meiner Betreuung. Wir legen gemeinsam Ihren individuellen Weg zum Erreichen Ihres Ziels fest und berücksichtigen alle Lebensumstände, damit Sie nur profitieren und sich zu nichts überwinden müssen – nur den ersten Schritt müssen Sie gehen! Schreiben Sie mir gerne oder besuchen Sie mich in meinem Personal Training Studio und setzen Sie noch heute die richtigen Hebel in Bewegung für mehr Bewegung und Wachstum in Ihrem Leben! Ich freue mich, Sie kennenzulernen!

Quelle: Ganten, D & Spahl, T. & Deichmann, T. (2009). Die Steinzeit steckt uns in den Knochen. Gesundheit als Erbe der Evolution. Piper: München.

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