Eisbad im Regen und ATMEN!

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Am Wochenende stand mal wieder eine Weiterbildung auf dem Plan. Diesmal ging es nach Berlin, eine schöne Abwechslung vor allem was die Reisezeit angeht im Vergleich zu den langen Reisen in den Süden der Republik. Thema des Tagesseminars: Die Basics der so genannten „Wim Hof Methode“ bei Patrick Phillips. Im Artikel möchte ich meine persönlichen Erfahrungen schildern und zeigen, welche Faszination ein Eisbad haben kann. Für tiefergehende Informationen über das, was da im Körper passiert, verlinke ich die Wim Hof Website.

In Shorts (fast) aufs Dach der Welt

Wim Hof ist der „Iceman“. Er hat verschiedene Rekorde aufgestellt, darunter die Besteigung des Kilimandscharo in Sandalen und Shorts oder das Erreichen von 7400 m Höhe im Himalaya in demselben Outfit. Er hat sich ein Endotoxin injezieren lassen und konnte die Immunantwort seines Körpers steuern und ein Erkranken so vermeiden. Den Rekord für das längste Eisbad hält er auch noch: fast 2 Stunden saß er nur mit Badehose bekleidet inmitten von Eiswürfeln. All diese Leistungen hat er durch eine Kombination von Meditation und Atemtechnik erbringen können. Der Wim Hof Methode werden zahlreiche Gesundheitsförderliche Wirkungen und Effekte zugeschrieben. Nachdem ich die ersten Erfahrungen in Belgien und am Bodensee bei zwei Functional Patterns Weiterbildungen sammeln konnte, war es an der Zeit, in die Tiefe zu gehen.

Was genau macht die Wim Hof Methode nun eigentlich aus? Wer erfahren möchte, was physiologisch im Körper passiert: Details gibt es auf der Wim Hof Website in einem über 30-seitigen PDF. (http://explore.wimhofmethod.com/ebook-whm/)

Atmen in Zyklen

Ein Atemzyklus besteht aus drei Phasen in welchem sich eine Überatmungsphase mit zwei Lufthaltephasen abwechselt. Diesen Zyklus kann man mehrmals wiederholen. Dabei ist es wichtig, dass nicht wie so oft ein Rekord gebrochen werden muss, sondern man in den Körper hineinhört und ein Gefühl entwickelt, was der Wechsel aus Füllen mit Sauerstoff und das folgende Sinken der Sauerstoffsättigung für eine Wirkung auf den Organismus hat.

Gedanken ordnen – Entspannung und Fokus

Da dies von Person zu Person unterschiedlich ist hier meine Erfahrungen: Während der Atemtechnik wechselt das Gefühl zwischen Aktivierung und Entspannung – je nachdem in welcher Atemphase man sich befindet. Die Hände fangen an zu kribbeln, der Kopf fühlt sich leicht an man fokussiert sich immer stärker in den Körper hinein. Wo anfänglich die Gedanken noch wild umherspringen – was wollte ich noch fragen, wann geht der Zug zurück, was stehen morgen für Termine an – bewegt man sich immer weiter in eine innere Ruhe, die sich unglaublich entspannt anfühlt. Lustigerweise gab es genau zu der Zeit des Atmens ein heftiges Gewitter in Berlin, was mit seinem Donnern und dem Rauschen des Regens perfekt zu der meditativen Stimmung gepasst hat. Je öfter die Atemzyklen wiederholt werden, desto stärker wird das Kribbeln in den Händen, desto leichter fühlt sich der Kopf. Nach der fünften Runde beendeten wir die Atemtechnik und blieben noch entspannt liegen. Diese Phase nach der Atmung war für mich die spannendste, da hier eine totale Entspannung und Befreiung aus dem Gedankenkarussel eintrat. Dasselbe Gefühl hatte ich schon im letzten Sommer in Lindau bei Kariems Functional Patterns Weiterbildung – ein geniales Werkzeug um im stressigen Alltag abzuschalten.

Es ist nur Eis!

Nach der Entspannungsphase stand dann noch der Höhepunkt des Seminars an: Das Eisbad! Dafür hatte Patrick mehrere Säcke mit Crushed-Ice anliefern lassen und diese in einen Pool gefüllt. Die Idee war es, nach einer kurzer Aufwärmrunde paarweise in den Pool zu steigen und ca. zwei Minuten darin auszuharren und die Wirkung auf den Körper zu beobachten. Ich kann sagen: es war nicht halb so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe! Bis auf die Hände und die Füße war es erstaunlich, wie entspannt die zwei Minuten vergingen. Nachdem die ersten 30 Sekunden vorüber waren in denen ein gewisser Schockeffekt auftrat und man die Atmung konzentriert steuern musste, hätte ich noch einiges länger im Wasser bleiben können. Aber die anderen wollten ja auch noch 😉 . Das Gefühl nach dem Bad war ebenfalls wieder sehr angenehm, da der gesamte Körper extrem durchblutet war und eine Zeit lang nicht mehr fror. Fazit: Ich brauche eine Eistonne auf meiner Terasse!

Meine drei Take-Away-Punkte des Seminars:

Es ist wichtig, regelmäßig seine Wohlfühlzone zu verlassen – für den Körper und für den Geist! Kaltes Wasser hilft dabei.

Auch wenn man ursprünglich mit Meditation und Spiritualität nichts anfangen kann – der Weg ist das Ziel! Wenn eine Atemtechnik den Geist befreit und die Gedanken ordnet ist das Ziel erreicht.

„Es ist nur Eiswasser – stellt euch nicht so an!“ (Zitat Patrick)

Ich möchte hier nochmal Patrick und seiner Frau für die Gastfreundschaft danken und Thanh für die Unterstützung beim Coaching. Wer seine persönliche Wohlfühzone verlassen möchte und eine Herausforderung sucht, sollte sich für ein Seminar zur Wim Hof Methode anmelden und die positive Wirkung auf den eigenen Körper kennen lernen.

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